Filmfestival -Filme für die Erde

Am Freitag den 20.09.2019 hatten Friday for Future und viele weitere Gruppen zur aktiven Teilnahme…..

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Filme auch in Leipzig

Wann ?

Am 20. September 2019 findet das 9. Filmfestival – Filme für die Erde statt. An diesem Tag werden die besten Nachhaltigkeitsfilme des Jahres gezeigt – in 20 Städten in der Schweiz, in Deutschland und in Liechtenstein. Der Eintritt ist kostenlos . 

Wo ?

In Leipzig findet die Veranstaltung im Werk 2 statt. Alle interessierten Menschen sind herzlich eingeladen, zu schauen, zu diskutieren, sich zu vernetzen.

Wer ?

Für jung und alt, für Nachhaltigkeitsneulinge und Umweltexpert*innen: Die Festivalfilme halten dem Status Quo inspirierende Lösungen entgegen, geben Impulse für konkrete Veränderungen – und vor allem lassen sie die Festivalbesucher*innen mit Handlungsmöglichkeiten und Tatendrang zurück. 

Warum ?

Das von der UNESCO ausgezeichnete internationale Kompetenzzentrum für Umweltdokumentarfilme weiss als grösste Website und Datenbank zu Film und Nachhaltigkeit um das Potential des Mediums Film Bescheid und macht dieses mit der Erarbeitung des digitalen Filmfensters für jede Website anwendbar. Das Ziel: Den Zugang zu Wissen über Herausforderungen und Lösungen für eine nachhaltige Gesellschaft fördern und dafür die vielfältige Kraft von Filmen nutzen.

Warum ich hingehen werde? Weil ich interessiert daran bin, was für eine Schnittmenge an Menschen sich dort zusammenfinden wird. Ich möchte gerne erfahren, weshalb das Thema Umwelt und Klima für die Besucher*innen gerade jetzt einen so wichtigen Stellenwert inne hat. Und ich möchte in Erfahrung bringen, welche Lösungsansätze individuell vorstellbar sind. Reicht es, das wir nur bewusster, konsequenter konsumieren, auf gewohnten Luxus verzichten sollten oder muss nicht eine grundlegende Änderung der Vorzeichen stattfinden? Können wir ein wenig hier und da ändern und dann wird alles gut, ohne schmerzliche Veränderung? Oder müssen wir eine radikale Kehrtwende vollziehen, in aller Konsequenz?

Update#1

Am Freitag den 20.09.2019 hatten Friday for Future und viele weitere Gruppen zur aktiven Teilnahme an weltweit stattfindenden Demonstrationen aufgerufen.

Das hatte direkte Auswirkungen für das in Leipzig stattfindende Filmfestival – Filme für die Erde. Aber dazu später mehr.

Erstmal stellte es für mich eine schwierige Entscheidung dar, ob und wie lang ich an welcher Veranstaltung teilnehmen würde.

Thema und Intention waren ja fast deckungsgleich.

Und da ich gerne das Gegenteil von dem praktiziere, was naheliegt – bei besten Wetter und frischer Luft mit gleichgesinnten für ein dringendes Anliegen zu demonstrieren – habe ich mich in einen dunklen Raum gesetzt und einen Film geschaut.

Die Dokumentation takayna erzählt die Bemühungen ganz unterschiedlicher Aktivist*innen, eines der letzten intakten Stücke des Gondwanischen Regenwaldes, die Tarkine Region, im Nordwesten Tasmaniens, zu schützen. Es beherbergt einen grossen Reichtum an archäologischen Fundstätten aus der Kultur der Aborigines. Die Region ist, oh Wunder, vor allen von der Forst- und Bergbauindustrie in seiner Existenz bedroht.

Der ganze Film.

Das Festival

Das Filmfestival hinterlässt einen sehr gut strukturierten und professionell organisierten Eindruck.

Der Veranstaltungsort WERK II war gut gewählt: zentrumsnah und mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar.

Die Bild- und Tonqualität des Films war super, der Raum hatte die richtige Größe, um sich wohlzufühlen.

Angenehm überrascht hat mich das Angebot, sich gegen Spende an einen Buffet (veganes Essen und Getränke) zu bedienen.

Mein Fazit: Sehr empfehlenswert !

Leider, jetzt kommen wir wieder zum Anfang des Beitrags zurück, war die Resonanz und Anzahl der Besucher*innen überschaubar.

Das ist sehr schade, wahrscheinlich aber nachvollziehbar, wenn am selben Tag 25.000 Menschen durch die Leipziger Innenstadt ziehen und Ihren Protest lautstark und vielfältig kundtun.

Ich hoffe sehr, das ein 2. Filmfestival stattfinden wird und mehr Menschen die Möglichkeit wahrnehmen, zu sehen, darüber zu diskutieren, sich zu vernetzen.

Fragen und Antworten

Um ein tieferes Verständnis der Motivation zur Partizipation zu bekommen, habe ich mich mit einer der Unterstützer*innen vor Ort unterhalten.

Jyoti ist in Leipzig wohnhaft, sie ist hier Yoga Lehrerin und hat eine sehr symphatische, authentische Ausstrahlung.

Auf die Frage, welchen Stellenwert bei Ihr Umwelt und Naturschutz einnimmt, war ihre Einschätzung: sehr hoch!

Ihr persönlicher Lösungsansatz lässt sich in etwa so beschreiben: bewußte und kritische Konsumentin und aktive, reflektierte, dabei dezente Multiplikatorin.

Für Jyoti ist es wichtig – soweit möglich ist – Plastikgebrauch zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Die Produkte im Bioladen und nicht in einer der großen Ketten zu kaufen.

In Ihren Beruf hat sie ständig Kontakt und Austausch mit ganz unterschiedlichen Klient*innen. Da ergeben sich oft Synergien, aber auch Spannungen. Sie möchte Menschen mit konträrer Meinung weder agitieren noch missionieren. Oft sind die Menschen sich der Brisanz des Themas bewußt, verfolgen aber eine Vogel Strauß Plitik und vermeiden die thematische Auseinandersetzung sowie die Reflexion ihres Konsumverhalten.

Jyoti möchte die Leute dort lassen wo sie sind, mit ihnen ergebnisoffen reden, durch das zwanglose Gespräch Hilfe zur Selbsthilfe initiieren: die Reflexion anstubsen.

Auf meine Frage hin, wie und wo sie sich selbst verorten würde, lacht Jyoti (Sie lacht gerne, merke ich).

Ja, das geht eher so in Richtung Graswurzelbewegung. Viele Menschen mit gleichen oder ähnlichen Zielen ergeben eine kritische Masse, eine Bewegung. Wenn diese friedlich und organisch wächst, dann ist das gut.

Warum nicht auf Parteien vertrauen?

Früher hat sie den Grünen vertraut und wollte diese auch wählen. Aber je stärker sich die Grünen im Parteisystem akklimatisiert hätten, umso ambivalenter wurde Ihr Verhältnis.

Heute vertraut und verfolgt Sie den dezentralen Ansatz um Veränderungen von unten nach oben zu bewirken.

Letzte Frage…

Zuletzt habe ich dann noch die Systemfrage gestellt: radikale Kehrtwende oder sanfte Veränderung der gesamtgesellschaftlichen Situation? Kapitalismus oder nicht?

Sie lacht: auf Dauer kann der Kapitalismus wohl nicht die Lösung sein…aber vielleicht sind die Menschen noch nicht bereit dazu, denk ich mir.

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